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Zum Mitwirkungsentzug für 8. Klasse an Mittelschule Räckelwitz

Falken / Kosel zur drohenden schrittweisen Schließung der sorbischen Mittelschule in Räckelwitz / Serbskej srjedźnej šuli w Worklecach hrozy krok po kroku zawrjenje kubłanišća

Zu Berichten, dass das sächsische Kultusministerium für das neue Schuljahr an der sorbischen Mittelschule Räckelwitz die 8. Klasse streichen will, erklärt die bildungspolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE, Cornelia Falken:

Das offizielle Verfahren des Mitwirkungsentzugs für Schulklassen wurde durch das Kultusministerium am 14. Mai abgeschlossen; es ist daher völlig unverständlich, wieso nun im Juni plötzlich noch ein einzelner Fall nachgeschoben wird. Dabei hat Kultusminister Wöller Öffentlichkeit, Parlament und Sorbenrat hintergangen und versucht, hinter verschlossenen Türen vollendete Tatsachen zu schaffen. Wir empfehlen dem Schulträger, gegen dieses Verfahren vorzugehen, das sowohl formale Fehler enthält als auch bildungspolitisch nicht tragbar ist, da es sich faktisch um den ersten Schritt zur Schließung der nächsten sorbischen Schule handelt.

Ihr Fraktionskollege, der sorbische Abgeordnete und minderheitenpolitischer Sprecher der Fraktion DIE LINKE, Heiko Kosel, ergänzt:

Z wěcnych a prawniskich přičin gmejnskej radźe doporuču, rozsudej kultusoweho ministerstwa znapřećiwć. Z wustawkowoprawniskich přičin njesměmy so ze zadźerženjom ministra za kultus wotnamakać, přetož artikl 6 sakskeje wustawy postaja, zo matej so serbska rěč a kultura pře sakski stat Saksku škitać a zaručeć, a to wosebje přez šule. Podawk dale na to pokaza, zo je naše žadanje z lěta 1998 za škitom wobstaća serbskich šulow hišće jara aktualne.

Aufgrund dieser Sach- und Rechtslage empfiehlt es sich für den Gemeinderat, Widerspruch einzulegen. Auch aus verfassungsrechtlichen Gründen ist das Verhalten des Kultusministers nicht hinnehmbar, schließlich schreibt Artikel 6 der Verfassung vor, dass die sorbische Sprache und Kultur durch den Freistaat Sachsen zu schützen und zu gewährleisten ist, und dies insbesondere durch Schulen. Der Vorfall zeigt weiter, dass die Forderung nach Bestandsschutz für sorbische Bildungseinrichtungen, die unsere Fraktion schon 1998 erhoben hat, von brennender Aktualität ist.

23. Juni 2010

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