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Görlitzer Abkommen von 1950 ebnete Weg zum Frieden zwischen Deutschland und Polen

Heiko Kosel zum Weltfriedenstag

Zum 71. Jahrestag des Beginns des 2. Weltkrieges erklärte der Sprecher für Europa- und Friedenspolitik der Fraktion DIE LINKE im Sächsischen Landtag, Heiko Kosel: Zu den Versuchen der Verdrängung von Geschichte in Deutschland, aber auch in der Europäischen Union, gehört der Umgang mit Ursachen und Wirkung des Zweiten Weltkrieges. Unbestritten ist und bleibt, dass das faschistische Deutschland mit seinem Überfall auf Polen den militärischen Feldzug gegen die Nachbarstaaten – dort insbesondere gegen die jüdische und slawische Bevölkerung – begann.

Zur Verdrängung der Geschichte in der Bundesrepublik gehört aber auch, dass die historische Leistung der DDR bei der Neugestaltung des schwer belasteten deutsch-polnischen Verhältnisses unter den Teppich der Geschichte gekehrt werden soll. Es war kein Zufall, dass vor 60 Jahren mit dem Vertrag von Zgorzelec und Görlitz („Görlitzer Abkommen“ vom 6. Juli 1950) für die Gestaltung der Beziehungen von Polen und Deutschland der Weg geebnet wurde, in einer Zeit, als die Herrschenden in der Bundesrepublik noch lauthals von der Beseitigung der Oder-Neiße-Grenze sprachen.

Die historische Vorleistung der DDR für das heutige Verhältnis zwischen Deutschland und Polen ist auch mit der vor zwanzig Jahren als unumgänglichen Tribut der Bundesrepublik für die Deutsche Einheit gegebenen Zusicherung der Unumstößlichkeit der Grenze an Oder und Neiße nicht aus dem historischen Gedächtnis zu verdrängen.

Der 1. September wird als Erinnerungstag begangen und als Mahnung verstanden, dass, wie einst nach 1945 geschworen, nie wieder vom deutschen Boden Krieg ausgehen dürfe und dass nach dem Text des Weltfriedensliedes gehandelt werden müsse: „Für den Frieden der Welt steht die Menschheit auf Wacht“. Ein Beitrag dazu ist das traditionelle Friedensfest der LINKEN in Görlitz genau so wie das Treffen linker Parteien in Malá Úpa an der polnisch-tschechischen Grenze vom vergangenen Wochenende.

31. August 2010

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