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Nichtzulassung der 7. Klasse an sorbischer Schule Ralbitz ist Frechheit – Wöller politischer Hochstapler

Zur Mitteilung des sächsischen Kultusministeriums, dass der sorbischen Mittelschule Ralbitz für das kommende Schuljahr die Bildung einer 7. Klasse verweigert werden soll, erklärt der sorbische Abgeordnete der Fraktion DIE LINKE im Sächsischen Landtag, Heiko Kosel: Diese Entscheidung ist eine vierfache Frechheit: Erstens erfahren Eltern, Lehrer, Schüler und Bürgermeister von diesem offenbar intern schon länger geplanten Einschnitt nicht persönlich, sondern aus der Zeitung. Zweitens erweist sich der Kultusminister damit als politischer Hochstapler, war er doch erst vor wenigen Tagen im Sorbenland öffentlichkeitswirksam unterwegs und versprach Bestandsschutz für das ohnehin schon arg geschrumpfte sorbische Schulnetz. Drittens traf es vor einem Jahr einen Jahrgang der sorbischen Mittelschule in Räckelwitz, und so drängt sich der Verdacht auf, dass die Kultusbürokratie den Auftrag der systematischen Zerrüttung des staatlichen sorbischen Bildungswesens bekommen hat.

Viertens und keinesfalls letztens wird seit Monaten unter Einbeziehung von Landes- und Bundespolitik sowie beachtlichem juristischem Sachverstand eine Debatte darüber geführt, wie die politische Vertretung des sorbischen Volkes verbessert werden kann und die Meinung der Sorben bei der Regelung ihrer ureigensten Belange endlich die nötige Relevanz bekommt. Dass ausgerechnet jetzt über die Köpfe sämtlicher sorbischen Organisationen hinweg, ganz zu schweigen vom Rat für sorbische Angelegenheiten beim Sächsischen Landtag, mal eben vollendete Tatsachen geschaffen werden sollen, ist nicht nur bildungspolitisch eine Zumutung, sondern ein schwerer Verstoß gegen europäische Regelungen zum Schutz ethnischer Minderheiten und den Geist des sächsischen Sorbengesetzes.

Wir erwarten daher – ebenso wie dies der Bundesvorstand der Domowina an diesem Wochenende getan hat –, dass diese Entscheidung zurückgenommen wird. Beim Umgang mit den wenigen noch verbliebenen sorbischen Schulen, die einen unverzichtbaren Beitrag zum Erhalt der sorbischen Sprache leisten, dürfen nicht Schülerzahlen zählen, sondern einzig und allein der Erhalt der Schulstandorte für alle Schüler-Jahrgänge. Aus LINKER Sicht zeigt sich damit allerdings einmal mehr, dass das Sorbengesetz dringend der Novellierung bedarf, um solchen politischen Amokläufen einen Riegel vorzuschieben.

19.04.2011
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