Heiko Kosel Startseite

Bundespräsident Gauck - ein potentieller Störenfried in Europa?

Die allzu vordergründig vorgetragene Freude über den gemeinsamen Kandidaten Gauck für das Amt des Bundespräsidenten kann sich rächen, wenn Joachim Gauck das bliebe, was er ist: ein erzkonservativer deutscher Politiker.

Nicht nur seine positiven Äußerungen zum Afghanistankrieg im Gegensatz zur Ablehnung des Krieges durch die Mehrheit der Bürger der BRD, nicht nur seine Verunglimpfung des von der Mehrheit der Bevölkerung getragenen Atomausstieges und die Verhöhnung der vor allem von jungen Leuten getragenen Occupy-Bewegung sind bedenklich stockkonservativ, auch im Umgang mit der europäischen Entwicklung, wie sie sich in der Folge des zweiten Weltkrieges vollzog und mit der daraus hervorgegangenen historischen Wahrheit, hat er die größten Schwierigkeiten.

Er sieht in der Abtrennung der Ostgebiete an Polen eine Missetat der Kommunisten, nicht wahrhaben wollend, dass dies gemeinsamer Wille der Alliierten war. „Einheimischen wie Vertriebenen galt der Verlust der Heimat als grobes Unrecht, das die Kommunisten noch zementierten, als sie 1950 die Oder-Neiße-Grenze als neue deutsch-polnische Staatsgrenze anerkannten“, meinte es 1998 im Nachwort zum „Schwarzbuch des Kommunismus“ schreiben zu müssen.

Seiner Logik nach hätte dann auch Helmut Kohl, wahrlich kein Kommunist, mit den 40 Jahre später abgeschlossenen Verträgen zwischen Polen und der Bundesrepublik auch grobes Unrecht zementiert. Na aber, Herr Gauck…

Was wird der künftige Bundespräsident Gauck, sollt er zu Staatsbesuch nach Polen fahren, auf diesbezügliche Fragen antworten, was wird er sagen, wenn der 25. Jahrestag der polnisch-deutschen Verträge in Deutschland begangen werden wird. Salbungsvolle Worte können nicht verhindern, dass Joachim Gauck gefordert sein wird, sich zu erklären.

Die gesunden deutsch-polnischen Beziehungen sind für die gesamte Europäische Union ein hohes Gut, weil mittlerweile in den Menschen fest verwurzelt. Das sollte gehegt und gepflegt, nicht aber durch ewiggestrige Auslassungen gestört werden. Da halte auch Sachsen als Polens unmittelbarer Nachbar schützend vor.

Die Linke sollt sich zur Bundespräsidentschaft klar positionieren. Die beste Position wäre eine eigene Kandidatin / ein eignerer Kandidat mit klarem politischen Leumund.

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